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Die Entstehung der ersten Wuppertaler Bürgervereine fällt in eine Epoche gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen in Deutschland.
Der Aufbruch von der feudalistischen Rückständigkeit in die bürgerliche Modernität - zwar noch begleitet von bürgerlichem Untertanengeist - brachte vor allem im aufsteigenden Bildungs- wie auch im Besitz- und Wirtschaftsbürgertum eine selbstbewusste, neue Gesellschaftsschicht hervor, die als Motor eines fortschreitenden Demokratiebewusstseins wirkte. Beredte Zeugnisse des gewachsenen bürgerlichen Selbstverständnisses sind und bleiben im heutigen Wuppertal die zahlreichen denkmalgeschützten Bauwerke der Gründerzeit. In dieser Epoche entstanden die großen deutschen Parteien, freilich noch nicht mit ihrer in neuerer Zeit kritisierten Omnipräsenz. Es war die Ära der Gründung von Verbänden, Vereinen, auch Bürgervereinen.
Mehrere Faktoren dürften die Gründung von Bürgervereinen im Gebiet des heutigen Wuppertal beeinflusst und bestimmt haben: Die in den Städten mit fortschreitender Industrialisierung vollzogene Trennung zwischen Haushalt und Arbeit, weckte in den bürgerlichen Bevölkerungskreisen ein vorher unbekanntes Freizeitbewusstsein. Dies förderte die Gründung von Vereinigungen mit geselligen Zwecksetzungen. Solche Vereinigungen boten dem Einzelnen in einer sich mit zunehmender Dynamik und Unüberschaubarkeit entwickelnden Industriegesellschaft die Möglichkeit kollektiver Identifikation und gaben ihm unter Gleichgesinnten ein Gefühl von Stärke und Geborgenheit.
Dem heutigen
Betrachter fällt die relativ große Zahl der Wuppertaler
Bürgervereine auf. Sie ist nur erklärbar aus der
Entstehungsgeschichte dieser
Stadt.
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